KOI & Teich Blog
Koi Varietäten: Die Beliebtesten Arten und Ihre Merkmale
Koi-Karpfen sind einfach faszinierend und gehören zu den beliebtesten Teichfischen überhaupt. Was viele aber gar nicht wissen: Es gibt tatsächlich mehr als 100 verschiedene Varietäten! Jede hat ihre ganz eigenen Farben, Muster und Besonderheiten, die sie einzigartig machen. Koi-Varietäten sind spezielle Zuchtformen des Karpfens und werden nach Farben, Mustern und Schuppentypen unterschieden.
Wer einen Koi für den eigenen Teich sucht, steht oft vor der Qual der Wahl. Das Wissen um die verschiedenen Varietäten hilft wirklich, die richtige Entscheidung zu treffen. Die Preise reichen von ein paar Euro bis zu mehreren Tausend – je nachdem, wie selten oder gefragt die Varietät ist.
Hier gibt’s einen Überblick über die wichtigsten Koi-Varietäten – und ein paar Tipps, wie man sie auseinanderhält. So bekommt man ein Gefühl dafür, welche Hauptgruppen es gibt und worauf man achten sollte, wenn man Koi kauft.
Was sind Koi-Varietäten?
Koi-Varietäten unterscheiden sich durch ihre Farbmuster und Zeichnungen. Diese Unterschiede entstehen durch verschiedene Farben, Schuppenmuster und wie das Ganze auf dem Körper verteilt ist. Jede Varietät bringt ihre eigenen Standards mit, die beim Kauf oder bei der Auswahl von Koi-Karpfen wichtig sein können.
Definition und Abgrenzung
Eine Koi-Varietät steht für eine bestimmte Farbkombination und ein typisches Muster. Die Farben reichen von Rot, Weiß, Schwarz bis Gelb oder sogar Blau. Die Art, wie diese Farben angeordnet sind, macht die jeweilige Varietät aus.
Koi-Varietäten sind keine eigenen Arten, sondern das Ergebnis gezielter Zucht über viele Generationen. Züchter wählen gezielt Fische mit bestimmten Merkmalen aus und verpaaren sie weiter.
Es gibt mehr als 100 anerkannte Koi-Varietäten. Zu den bekanntesten zählen Kohaku (rot-weiß), Sanke (rot-weiß-schwarz) und Showa (schwarz-rot-weiß). Jede dieser Varietäten hat ihre eigenen Qualitätskriterien, besonders bei Wettbewerben.
Unterschiede zwischen Koi-Arten und -Varietäten
Oft hört man von Koi-Arten, aber eigentlich sind alle Nishikigoi Vertreter der Art Cyprinus carpio, also des gemeinen Karpfens. Die sogenannten Koi-Arten sind in Wahrheit Varietäten – sie unterscheiden sich nur im Aussehen.
Das heißt: Die Unterschiede betreffen nur Farbe und Muster, nicht die Biologie. Alle Koi-Karpfen können sich problemlos kreuzen und Nachkommen bekommen.
Kurz gesagt:
- Arten: Biologisch klar abgegrenzt, genetisch getrennt
- Varietäten: Zuchtformen mit unterschiedlichen Farben und Mustern
- Kreuzung: Verschiedene Koi-Varietäten lassen sich ganz normal miteinander verpaaren
Historische Entwicklung der Koi-Varietäten
Die ersten Koi-Varietäten tauchten im 19. Jahrhundert in Japan auf. Es waren Reisbauern in Niigata, die zufällig Farbmutationen bei ihren Karpfen entdeckten und diese gezielt weiterzüchteten.
Kohaku war eine der ersten stabilen Varietäten. In den 1880er Jahren entstanden die typischen rot-weißen Muster durch gezielte Auswahl. Das war der Startschuss für viele weitere Zuchtformen.
Im 20. Jahrhundert wurde die Koi-Vielfalt immer größer. Neue Farben wie Metallic-Töne und komplexe Muster kamen dazu. Heute gibt es eine beeindruckende Auswahl – jede Varietät hat ihre eigene Geschichte und Linie.
Hauptgruppen und Klassifikation der Koi-Varietäten
Koi werden in verschiedene Hauptgruppen unterteilt, je nach Farbmustern, Schuppentypen und anderen Merkmalen. Die drei bekanntesten Varietäten gehören zur Gosanke-Gruppe. Andere Gruppen stechen zum Beispiel durch metallischen Glanz oder fehlende Schuppen hervor.
Überblick über die Koi-Hauptgruppen
Die Koi-Welt ist ziemlich bunt und wird in etwa 16 Hauptgruppen gegliedert. Jede davon bringt ihre eigenen Besonderheiten mit.
Die Gosanke sind das Maß aller Dinge in der Koi-Zucht: Kohaku, Sanke und Showa. Diese drei bilden das Herzstück der Koi-Zucht.
Hikarimono steht für einfarbige, metallisch glänzende Koi wie den Ogon. Hikarimoyo sind mehrfarbige metallische Koi, während Hikari-Utsurimono metallische Varianten der Utsurimono-Gruppe sind.
Utsurimono sind schwarze Koi mit weißen, roten oder gelben Zeichnungen. Bekko zeigt weiße, rote oder gelbe Grundfarben mit schwarzen Flecken.
Asagi und Shusui gehören zu den ältesten Gruppen und erkennt man am blauen Rücken. Koromo kombiniert Kohaku-Muster mit blauen Akzenten. Goshiki ist eine echte Farbexplosion mit fünf Farben.
Kawarimono ist quasi die Sammelgruppe für alles, was sonst nicht passt.
Klassifizierungskriterien: Farbe, Muster und Schuppen
Bei der Einteilung der Koi geht’s vor allem um drei Dinge: Farbe, Musterverteilung und Schuppentyp.
Farbkriterien spielen eine große Rolle:
- Hi (Rot)
- Shiro (Weiß)
- Sumi (Schwarz)
- Ki (Gelb)
- Ai (Blau)
Wie die Farben verteilt sind, nennt man Musterverteilung. Zum Beispiel gibt’s das Tancho-Muster – ein einzelner roter Fleck auf dem Kopf.
Schuppentypen sind ebenfalls wichtig. Doitsu-Koi haben keine oder nur wenige Schuppen, meist eine Reihe am Rücken. Ginrin steht für Koi mit glitzernden Schuppen. Kinginrin mischt gold- und silberfarbene Schuppen.
Hirenaga oder Butterfly Koi erkennt man an den langen Flossen, die es in allen Farbvarianten gibt.
Gosanke: Kohaku, Sanke und Showa
Die Gosanke sind quasi das Nonplusultra und dominieren die Wettbewerbe. Sie gelten als Maßstab in der Koi-Zucht.
Kohaku ist der Klassiker: weißer Körper, rote (Hi) Zeichnungen. Das Weiß sollte möglichst klar sein, ohne Gelbstich.
Sanke (eigentlich Taisho Sanke) hat die Kohaku-Basis, dazu kommen schwarze (Sumi) Akzente. Das Schwarz findet man nur auf dem Körper, nicht am Kopf. Die schwarzen Flecken sollten klar abgegrenzt sein.
Showa (Showa Sanshoku) bringt alle drei Farben gleichmäßig aufs Fischlein – und hier darf das Schwarz auch auf dem Kopf sein. Die schwarze Grundfarbe ist typisch, darauf sitzen Rot und Weiß.
Der Unterschied zwischen Sanke und Showa? Sanke nutzt Schwarz als Akzent, Showa als Grundfarbe.
Die wichtigsten Koi-Varietäten im Detail
Die drei bekanntesten Koi-Varietäten sind Kohaku, Sanke und Showa. Sie sind das Fundament der Koi-Zucht und zeigen verschiedene Farbmuster aus Rot, Weiß und Schwarz.
Kohaku – Der Klassiker mit Rot-Weiß
Kohaku ist einfach der Inbegriff des Koi: weißer Körper, rote Zeichnungen. Diese Varietät ist die älteste und für viele auch die wichtigste.
Die roten Muster nennt man Hi. Je nachdem, wie viele rote Flecken es gibt, spricht man von Nidan Kohaku (zwei Flecken), Sandan Kohaku (drei) oder Yondan Kohaku (vier).
Der Inazuma Kohaku hat ein blitzförmiges, durchgehendes rotes Muster vom Kopf bis zum Schwanz – sieht echt spektakulär aus und wird besonders geschätzt.
Worauf kommt’s an? Das Weiß sollte wirklich klar und rein sein. Das Rot kräftig und gleichmäßig. Die Übergänge – am besten scharf und sauber.
Sanke (Taisho Sanke) – Dreifarbige Schönheit
Sanke bringt Weiß, Rot und Schwarz zusammen. Die Grundfarbe ist Weiß, dazu kommen rote und schwarze Zeichnungen. Offiziell heißt er Taisho Sanke.
Die schwarzen Flecken (Sumi) liegen nur auf dem weißen Körper, nie auf den roten Mustern.
Es gibt ein paar Varianten: Aka Sanke hat besonders viel Rot, Budo Sanke bringt dunkelrote, fast traubenartige Flecken, und Maruten Sanke zeigt einen einzelnen roten Fleck auf dem Kopf, getrennt vom Rest.
Die Kopfzeichnung ist bei Sanke ziemlich wichtig. Am besten kommen alle drei Farben auf dem Kopf vor. Die Flossen sind in der Regel weiß oder haben nur ein paar feine schwarze Streifen.
Showa – Dreifarbige mit schwarzer Grundfarbe
Showa, eigentlich Showa Sanshoku, unterscheidet sich ziemlich deutlich vom Sanke. Hier ist die Grundfarbe Schwarz, nicht Weiß – darauf liegen dann Rot und Weiß als Muster.
Beim Showa finden Sie schwarze Markierungen sogar auf den roten Flächen. Die Brustflossen haben meistens schwarze Streifen, die nennt man Motoguro. Das ist so ein typisches Erkennungsmerkmal.
Der Hi Showa bringt besonders viel Rot mit, verglichen mit Schwarz und Weiß. Beim Kindai Showa gibt’s mehr Weiß als bei den traditionellen Zuchtformen. Und der Maruten Showa? Der hat einen einzelnen roten Fleck auf dem Kopf.
Wie die drei Farben verteilt sind, entscheidet oft über die Qualität. Sie sollten möglichst gleichmäßig erscheinen. Das Schwarz muss tief und satt wirken, das Weiß klar bleiben. Klingt einfach, ist es aber selten.
Vielfalt der Koi-Varietäten: Ausgewählte Gruppen
Seit Jahrhunderten haben Koi-Züchter die verschiedensten Farbmuster und Körperformen hervorgebracht. Bekko-Varietäten zeigen klare Farbkontraste mit schwarzen Flecken, während Asagi und Shusui durch ihre blauen Schuppen auffallen. Die Utsurimono-Gruppe bringt dramatische zweifarbige Muster auf schwarzem Grund.
Bekko: Shiro, Aka und Ki Bekko
Bekko-Koi sind an ihrer Grundfarbe mit schwarzen Flecken zu erkennen. Sie gehören zu den klassischen Sorten und sind bei Anfängern und erfahrenen Haltern gleichermaßen beliebt.
Shiro Bekko hat eine weiße Grundfarbe mit schwarzen Sumi-Markierungen. Die Flecken sollten gleichmäßig verteilt sein, aber nicht den Kopf bedecken. Durch den starken Kontrast wirkt diese Sorte besonders elegant.
Aka Bekko zeigt eine rote Grundfarbe mit den gleichen schwarzen Markierungen. Das Rot sollte satt und gleichmäßig sein. Wichtig ist, dass die Flecken klar abgegrenzt sind.
Ki Bekko ist ziemlich selten und hat eine gelbe Grundfarbe mit schwarzen Flecken. Das Gelb kann von hell bis goldfarben reichen. Bei allen Bekko-Formen zählt ein symmetrisches Muster, und die Qualität der Sumi-Zeichnung macht am Ende den Unterschied.
Asagi und Shusui: Blaue Klassiker
Asagi ist eine der ältesten Koi-Varietäten und beeindruckt mit seinem blauen Schuppenmuster. Der Narumi Asagi gilt als Standard, mit einem hellblauen bis indigo Rücken. Die Schuppen bilden ein netzartiges Muster, das ein wenig an einen Kiefernzapfen erinnert.
Der Kopf sollte hell und möglichst frei von blauen Markierungen bleiben. An Wangen, Bauch und Flossen zeigt der Asagi Koi rote bis orangefarbene Färbung – das nennt sich Hi. Diese Farbe sollte nicht über die Seitenlinie hinausgehen.
Shusui ist die Doitsu-Version des Asagi, also ohne vollständige Beschuppung. Der Shusui Koi hat meist nur eine Reihe großer Schuppen auf dem Rücken, dunkelblau bis grau, schön ordentlich angeordnet.
Die Haut zwischen den Schuppen ist hell und glatt. Doitsu Asagi ist eigentlich ein anderer Name dafür. Beide brauchen klares, sauerstoffreiches Wasser, sonst verblasst das Blau recht schnell.
Utsurimono: Shiro, Hi und Ki Utsuri
Die Utsurimono-Gruppe basiert immer auf schwarzer Grundfarbe mit farbigen Markierungen. Utsuri heißt übersetzt „reflektieren“ und beschreibt das Zusammenspiel von Schwarz mit einer zweiten Farbe. Diese Koi zeigen ihre volle Farbenpracht oft erst nach einigen Jahren.
Shiro Utsuri kombiniert tiefes Schwarz mit klarem Weiß. Die Farben sollten sich in großen, deutlichen Flächen abwechseln. Am schönsten ist es, wenn beide Farben gleichmäßig über den Körper verteilt sind.
Hi Utsuri bringt rote Markierungen auf Schwarz. Das Rot sollte kräftig und satt erscheinen. Diese Sorte erinnert ein bisschen an Showa, hat aber kein Weiß dabei.
Ki Utsuri ist die seltenste Form, mit gelben Markierungen auf schwarzem Grund. Die Qualität des Sumi, also des Schwarz, ist bei allen Utsuri-Formen entscheidend. Es sollte wirklich tiefschwarz und glänzend sein, und die Farbübergänge klar und scharf.
Spezielle Koi-Varietäten und seltene Formen
Abseits der klassischen Koi gibt’s viele besondere Sorten, die mit ungewöhnlichen Farben, glänzenden Schuppen oder anderen Körperformen überraschen. Gerade diese seltenen Formen sind bei Sammlern gefragt und bringen Abwechslung in jeden Teich.
Kawarimono: Ungewöhnliche Farbschläge
Kawarimono ist eigentlich so eine Sammelkategorie für alle Koi, die nicht in die Standardklassen passen. Hier findet man Fische mit ungewöhnlichen Farben wie Schwarz, Orange, Gelb oder Braun in ziemlich wilden Kombinationen.
Dazu gehören sowohl einfarbige als auch mehrfarbige Koi, die nicht die typischen Rot-Weiß-Muster zeigen. Bekannte Beispiele:
- Chagoi: Braune oder bronzefarbene Koi, die oft besonders zutraulich werden
- Ki-goi: Komplett gelbe Koi ohne Zeichnung
- Midorigoi: Grünlich schimmernde Varietäten
Kawarimono-Koi sind meistens günstiger als die klassischen Sorten. Viele Halter mögen sie wegen ihres ruhigen Wesens und weil sie oft richtig groß werden – über 70 cm sind keine Seltenheit.
Kinginrin (Ginrin): Koi mit Glitzerschuppen
Kinginrin oder einfach Ginrin beschreibt Koi mit reflektierenden, metallisch glänzenden Schuppen. Diese Schuppen haben kleine Kristalle, die das Licht brechen und für einen funkelnden Effekt sorgen.
Echte Ginrin-Schuppen erkennt man am diamantartigen Glanz, wenn Licht darauf trifft. Der Effekt kann bei jeder Koi-Sorte vorkommen, egal ob Kohaku oder Sanke.
Ginrin-Typen:
- Tama-ginrin: Komplett reflektierende Schuppen
- Beta-ginrin: Teilweise reflektierende Schuppen, weniger glänzend
- Kado-ginrin: Glanz nur am Schuppenrand
Wie viele Glitzerschuppen ein Koi hat, beeinflusst seinen Wert deutlich. Tiere mit durchgehendem Ginrin kosten oft mehr als solche, bei denen nur ein paar Schuppen glänzen. Wichtig ist auch, dass die Glitzerschuppen gleichmäßig verteilt sind.
Doitsu und Hirenaga (Butterfly Koi)
Doitsu-Koi stammen ursprünglich von deutschen Spiegelkarpfen ab und haben keine oder nur sehr wenige Schuppen. Sie entstanden durch Kreuzungen zwischen japanischen Koi und europäischen Karpfen.
Meistens haben Doitsu Koi eine Schuppenreihe auf dem Rücken und manchmal an den Seiten. Die schuppenlose Haut zeigt die Farben besonders intensiv und klar. Doitsu gibt’s in Kombination mit allen Hauptsorten, etwa Doitsu-Kohaku oder Doitsu-Sanke.
Hirenaga, auch Butterfly Koi genannt, erkennt man an den langen Flossen. Die Zuchtform gibt’s erst seit den 1980ern und ist in Japan ein bisschen umstritten.
Merkmale von Hirenaga:
- Flossen, die bis zu 50% länger sind als bei normalen Koi
- Schlanker Körperbau
- Elegante, fließende Schwimmbewegungen
Die langen Flossen machen Butterfly Koi allerdings anfälliger für Verletzungen. Sie brauchen deshalb einen Teich ohne scharfe Kanten und sollten nicht mit aggressiven Fischen gehalten werden. Viele traditionelle Züchter sehen Hirenaga eher kritisch, da sie nicht dem japanischen Standard entsprechen.
Moderne und mehrfarbige Koi-Varietäten
Moderne Koi-Sorten kombinieren klassische Muster mit neuen Farben und metallischen Effekten. Diese Züchtungen bringen netzartige Strukturen, bunte Kombinationen und glänzende Schuppen in den Teich.
Koromo/Goromo: Netzartige Muster
Koromo, manchmal auch Goromo genannt, hat ein netzartiges Muster. Das entsteht, wenn dunkle Schuppenränder die roten Markierungen überlagern.
Die dunklen Ränder – blau oder schwarz – liegen auf den roten Hi-Flächen und erzeugen den Netzeffekt. Ai Goromo hat blaue Ränder auf Rot, Sumi Goromo bringt schwarze Akzente, und Budo Goromo sieht mit seiner violetten Färbung fast aus wie eine Weintraube.
Bei Koromo-Koi sollten die weißen Flächen klar bleiben und das Netz gleichmäßig und gut sichtbar sein. Die besten Exemplare zeigen eine schöne Balance aus Rot und dunkler Überlagerung.
Goshiki: Der Fünffarbige
Goshiki heißt übersetzt „fünffarbig“ und beschreibt einen Koi mit Weiß, Rot, Schwarz, Hellblau und Dunkelblau. Diese Sorte kombiniert Merkmale von Kohaku und Asagi.
Goshiki-Koi zeigen ein rotes Muster auf weißem Grund, darüber liegt ein schwarzes und blaues Netz. Besonders auf Rücken und Seiten sieht man die blaue Färbung. Jede einzelne Schuppe trägt zum Gesamteindruck bei.
Moderne Goshiki-Linien betonen mal die rote, mal die blaue Seite. Beim Aussuchen sollte man auf den Kontrast zwischen allen Farben achten. Die Qualität zeigt sich daran, wie klar jede Farbe für sich steht.
Hikarimono, Hikarimoyomono und Hikari-Utsurimono
Hier dreht sich alles um Koi mit diesem typischen metallischen Glanz. Hikarimono steht für einfarbige metallische Koi wie Matsuba (mit Tannenzapfenmuster), Benigoi (rot), Chagoi (braun), Kigoi (gelb), Karashigoi (orange-braun) und Soragoi (grau). Besonders beliebt sind Platinum Ogon (silber), Yamabuki Ogon (gold) und Orenji Ogon (orange).
Hikarimoyomono (oft einfach Hikarimoyo genannt) sind metallische Koi mit zwei Farben. Hariwake mischt Platin mit Orange oder Gold. Kikusui ist im Grunde ein metallischer Kohaku mit Platinglanz. Yamatonishiki bringt Sanke-Muster mit metallischem Glanz zusammen, während Kujaku (Pfau) als metallischer Goshiki gilt.
Hikari-Utsurimono sind die metallischen Varianten aus der Utsurimono-Gruppe. Sie haben glänzende Schuppen und das typische Schwarz-auf-Farbe-Muster. Der metallische Effekt gibt diesen traditionellen Mustern einen modernen Touch—ziemlich spannend, oder?
FAQ Koi-Varietäten
Koi-Varietäten unterscheiden sich durch ihre Farbmuster, Zuchtmerkmale und natürlich auch durch Qualitätsstandards. Häufig kommt die Frage auf, wie sich die verschiedenen Farbklassen unterscheiden, was die Hauptvarietäten wie Kohaku, Sanke und Showa ausmacht und welche Faktoren die Farbentwicklung und Gesundheit beeinflussen.
Welche Farbklassen gibt es bei Koi-Karpfen?
Bei Koi-Karpfen gibt’s über 100 verschiedene Varietäten, die man in etwa 16 Hauptklassen einteilt. Die bekannteste Gruppe ist wohl Gosanke: Kohaku (weiß mit roten Mustern), Sanke (weiß mit roten und schwarzen Flecken) und Showa (schwarz mit roten und weißen Mustern).
Andere wichtige Klassen sind Utsurimono (schwarz mit weißen, roten oder gelben Mustern), Bekko (weiß, rot oder gelb mit schwarzen Flecken) und Asagi (blau-grau mit rotem Bauch). Kawarimono ist sozusagen die „Resteklasse“ für alles, was sonst nirgends reinpasst.
Hikarimono sind einfarbige metallische Koi, während Hikarimoyo die mehrfarbigen Varianten mit Glanz beschreibt. Die Tancho-Varietät zeigt einen einzelnen roten Fleck auf dem Kopf—das sieht man bei verschiedenen Grundvarietäten.
Wie unterscheiden sich die Muster von Kohaku, Sanke und Showa?
Kohaku hat rote Muster auf weißem Grund, aber kein Schwarz. Die roten Flächen sollten klar abgegrenzt und gleichmäßig verteilt sein.
Sanke baut auf dem Kohaku-Muster auf, aber mit schwarzen Akzenten, die hauptsächlich auf dem Körper, nicht aber auf dem Kopf erscheinen. Der Kopf bleibt bei Sanke weiß und rot.
Showa ist dagegen schwarz mit roten und weißen Mustern, die über den Körper verteilt sind. Schwarze Markierungen findet man auch auf dem Kopf und oft als Streifen auf den Brustflossen. Bei Showa ist Schwarz die dominante Farbe, bei Sanke eher ein Akzent.
Was sind die Merkmale einer qualitativ hochwertigen Gosanke-Varietät?
Eine gute Gosanke-Varietät erkennt man an klaren, scharfen Farbabgrenzungen. Die Farben selbst sollten kräftig und gleichmäßig sein, keine verwaschenen Ränder oder seltsame Flecken.
Die Körperform? Symmetrisch, mit geradem Rücken und stimmigen Proportionen. Der Kopf sollte keine Fehler haben, bei Kohaku und Sanke am besten auch keine schwarzen Markierungen.
Das Muster muss über den ganzen Körper verteilt sein, von Kopf bis Schwanzwurzel. Es wirkt harmonisch, nicht plötzlich abgebrochen. Die Haut glänzt und fühlt sich glatt an—das spricht für gesunde Koi.
Welche Faktoren beeinflussen die Entwicklung der Farben bei Koi-Fischen?
Wasserqualität ist wirklich entscheidend für die Farben Ihrer Koi. Ein pH-Wert zwischen 7,0 und 8,5 und stabile Temperaturen helfen, die Farben leuchtend zu halten.
Auch das Futter spielt eine große Rolle, vor allem bei roten und gelben Pigmenten. Futter mit natürlichen Farbverstärkern wie Spirulina, Krill oder Paprika kann die Farbpracht unterstützen. Es lohnt sich, auf hochwertiges Koi-Futter zu achten, das speziell für die Farbentwicklung gedacht ist.
Die Genetik legt das Grundpotenzial fest, aber Umweltfaktoren holen das Beste raus. Sonneneinstrahlung (UV-Licht) verstärkt vor allem die roten Pigmente. Schlechte Haltungsbedingungen und Stress können dagegen die Farben verblassen lassen.
Was versteht man unter dem Begriff ‘Koi-Züchtung’ und welche Rolle spielt sie bei der Artenvielfalt?
Koi-Züchtung bedeutet, gezielt Elterntiere auszuwählen und zu paaren, um bestimmte Merkmale zu verbessern. Züchter achten auf Farbe, Muster, Körperform und Größe.
Seit dem 19. Jahrhundert hat die Zucht in Japan die enorme Vielfalt an Varietäten hervorgebracht, die wir heute kennen. Aus dem ursprünglichen Magoi (schwarzer Karpfen) sind durch selektive Zucht über 100 Varietäten entstanden.
Moderne Züchter feilen weiter an bestehenden Linien und versuchen manchmal, neue Varietäten zu entwickeln. Das dauert oft mehrere Generationen, bis die Merkmale wirklich stabil sind. Nur ein kleiner Teil der Nachkommen eignet sich für die Weiterzucht—das ist schon ein echter Auswahlprozess.